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Das Einfühlungsvermögen der Kirche

Oktober 20, 2011

http://www.kath.net/detail.php?id=33544

Ein ungeborenes Kind, ein geborenes Kind und eine salomonische Lösung.

Linz (kath.net/pl) Eine ungewöhnliche Geschichte über Abtreibung geht derzeit durch das englischsprachige Internet. KATH.NET hat den Text ins Deutsche übersetzt:

„Herr Doktor, ich habe ein ernstes Problem“, sagte eine Frau zu ihrem Gynäkologen. „Ich brauche Ihre Hilfe. Mein Baby ist noch kein Jahr alt und jetzt bin ich schon wieder schwanger. Ich möchte die Kinder nicht so nah beieinander.“

„Okay“, antwortete der Frauenarzt. „Was soll ich tun?“

„Ich möchte, dass Sie meine Schwangerschaft beenden“, antwortete die Frau. „Ich verlasse mich darauf, dass Sie mir helfen.“

Der Arzt dachte nach, und nach einer kurzen Stille fuhr er fort: „Ich glaube, dass ich eine bessere Lösung für Ihr Problem habe. Das wäre auch für Sie weniger gefährlich.“

Die Patientin lächelte und dachte, der Arzt würde ihre Bitte akzeptieren.

Doch dann fuhr der Arzt fort: „Schauen Sie, wenn Sie nicht zwei Babys gleichzeitig versorgen möchten, dann schlage ich Ihnen vor, dass wir das Baby töten, das in Ihren Armen liegt. Dann können Sie sich auch etwas ausruhen, bis das nächste Baby geboren wird. Wenn wir eines von beiden Babys töten, dann ist es ja egal, welches wir nehmen. Wählen wir dafür besser das Baby aus, das bereits geboren ist, dann gehen Sie nämlich kein gesundheitliches Risiko für sich selber ein.“

Die Frau war entsetzt. „Nein, Herr Doktor! Wie furchtbar! Es ist doch ein Verbrechen, ein Kind zu töten!“

„Ja“, erwiderte der Arzt. „Aber Sie sind doch damit einverstanden, deshalb denke ich, dies wäre die beste Lösung“.

Der Arzt lächelte, als er merkte, dass er ins Schwarze getroffen hatte. Er konnte die Mutter überzeugen, dass es keinen Unterschied macht, ob man ein Kind nach oder vor der Geburt tötet. Das Verbrechen ist immer dasselbe.

Ich bin wirklich kein Verfechter der Abtreibung, aber dieser Text zeigt wie die Kirche gestrickt ist. Dabei merken sie nicht mal wie sie sich mit so was ein Eigentor schießen.

Man beachte auch, welche Intention man voraussetzt, dass eine Frau ein Kind nicht zur Welt bringen möchte, oder kann. Das oft wirkliche Not und Ausweglosigkeit dahinter stecken, zieht man gar nicht erst in Erwägung. Nein, es ist die Faulheit der Frauen nicht zwei Kinder so nah beieinander zu haben.

Eine Frau tut sich nie schwer mit dieser Entscheidung, eine Schwangerschaft zu beende ist für jede von uns nur eine Lappalie. (Vorsicht Ironie)

Und bevor man sich ernsthaft mit den Problemen auseinandersetzt die Frauen zu diesem schweren Schritt drängen setzt man doch einfach mal solche platten Vergleiche in die Welt.

Man, wie mir da die Zornesröte ins Gesicht steigt!

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3 Kommentare leave one →
  1. Oktober 20, 2011 10:46 am

    Ich kann dem „Himmel“ oder sonstwem nur danken, dass ich nieeeeeeee in eine solche Situation gekommen bin. Die zwei, die da sind, wurden gern genommen.
    Die Meinung der Katholen in diesem Punkt regt mich schon lange auf.

  2. Oktober 20, 2011 10:51 am

    Auch ich war zum Glück nie in einer solchen Situation, aber solche Plattitüden sind einfach schlecht für mein Gemüt und zeigen auch so richtig wie oberflächlich Scheinheilig die Einrichtung Kirche ist!

  3. anna permalink
    Oktober 25, 2011 4:38 pm

    Die Geschichte ist sachlich falsch: Es ist für eine Frau gesundheitlich gefährlicher ein Kind auszutragen als eine Abtreibung nach modernen medizinischen Standards durchführen zu lassen. Auf den Rest mag ich gar nicht eingehen.

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