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In den 70ern

Februar 4, 2011

Wohl kaum einer kann sich noch an das Erlebniss seiner eigenen Geburt erinnern, aber viele kennen  Berichte ihrer Eltern über die eigene Geburt.

Mein Großer zum Beispiel weiß, dass ich bei seiner Entbindung Rotz und Wasser geheult habe und dass dieses Gefühl sein eigenes Kind das erste Mal im Arm halten zu dürfen wohl das schönste überhaupt war. Der Kleine war ganz wild, endlich an meiner Brust trinken zu dürfen. Beides die schönsten Erlebnisse meines Lebens. Wir reden hier öfter darüber und die Augen meiner Kinder leuchten, wenn sie sehen, wie glücklich es mich gemacht hat sie zur Welt zu bringen. Sie sind gewollt und geliebt.

Ob das damals in den 70ern auch so war wage ich fast zu bezweifeln, meine Mutter hat mir zwei Dinge über meine Geburt berichtet. Als ich zur Welt kam lag Schnee, viel Schnee und es war ein sehr kalter Winter. Diese Kälte in der ich zur Welt kam begleitete mich dann ein Großteil meines Lebens, sie war bezeichnend für mein Elternhaus. Nicht Liebe und Fürsorge lässt ein Kind groß werden, sondern Strenge und Schläge.

Dann erzählte sie immer wieder, dass meine Geschwister nach der Entbindung, als ich in meinem Bett lag, an selbigem standen und weinten, nicht vor Glück, sondern weil ich ein Mädchen war. Vielleicht trügt mich meine Erinnerung ja, aber sie gibt nicht einen Augenblick preis in dem meine Mutter sich glücklich zeigt mich bekommen zu haben. Ob das nun daran lag, dass ich kein Junge war, oder das dritte Kind, der Nachzügler den keiner wollte nach über 6 Jahren und schon zwei großen Kindern. Ich weiß es nicht.

 

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7 Kommentare leave one →
  1. Hellebora permalink
    Februar 4, 2011 1:38 pm

    Das kommt leider vor.
    Ich bin auch ungewollt, einfach passiert, weil Muttern zu dämlich zum verhüten war.
    Man hat sich dann mit mir arrangiert, mittels Oma und Kinderfrauen.
    In der Wohnung, wo meine Eltern lebten, waren nämlich nicht nur keine Hunde, sondern auch keine Kinder erlaubt, also musste ich weg bis eine neue Wohnung gefunden und auch bezahlbar war.

    • Februar 4, 2011 1:44 pm

      Na ja, meine Eltern waren nicht nur zu dämlich, sie waren so katholisch, dass es verboten war zu verhüten…. da kommt so was dann halt schonmal vor.

  2. Februar 5, 2011 2:42 am

    Gerade jetzt beim Besuch erlebt. Der Erstgeborene muss mit seinen 9 Jahren immer wieder anhören, wie der Vater die Geburt der Tochter, also seiner Schwester, in den höchsten Tönen als sein schönstes Erlbnis schildert, wohingegen die Geburt des ersten gemeinsamen Sohnen mit keinem Wort erwähnt wird.
    Du solltest mal morgen in die Verlinkungen zu den Videos reinhören, da kannst du den Großen spielen hören.
    LG Clara

  3. Februar 5, 2011 2:43 am

    Verzeihung, vergaß ganz auf deines einzugehen. Eltern müssen ihre Kinder gar nicht schlagen, um sie zu misshandeln.
    Gut, dass du es nicht an deine beiden weitergibst.

  4. Februar 7, 2011 6:08 pm

    he 🙂
    irgendwie versteh ich dich… ich war zwar angeblich ein gewünschtes kind, aber meine mom konnte mich nicht richtig annehmen, was bei meiner kleinen schwester nicht so war. ich war halt, obwohl erste, die ewig zweite… heute aber weiß ich, dass ich trotzdem sehr gewünscht bin bei den menschen um mich rum, ich glaub mein partner und meine kinder wären sehr traurig wenn ich nicht da wär, bei meinem partner erlebe ich (spät zwar) wie es ist bedingungslos geliebt zu werden und bei den kids sowieso. das ist die liebe die mich festhält und am leben… 🙂 wenn ich so lese wie du über deine mäuse schreibst glaub ich, dass das bei euch genauso ist. das muss man sich halt ab und an bewusst machen, da bist du auf jeden fall gewollt und geliebt! 🙂

  5. Februar 14, 2011 11:13 pm

    Hallo,
    das hört sich echt schlimm an, und manche Eltern, auch in der heutigen Zeit, erzählen solche Storys im Beisein ihrer Kinder!Meine beste Freundin auch zum Beispiel, meinst das könnte ich der begreiflich machen *args*
    Weißt was das schärfste ist!! Die haben den Müttern in den 70zigern den Frauen in der Austrittsphase Lachgas gegeben…
    Hat sicher was damit zu tun gehabt damit es alles schon leise und unemotional im Kreissaal abgeht!

    Mich haben meine Kinder gerettet, seid sie da sind weiß ich überhaupt was der Sinn des Lebens ist!!
    LG Mel

  6. Sperber permalink
    Juni 14, 2011 10:38 am

    Hallo!

    Ich bin gerade erst über Deinen Blog gestolpert, und schon das Lesen der ersten Paar Einträge hat mich sehr beeindruckt. Viele Deiner Beiträge erinnern mich an meine eigene Geschichte.

    Auch ich kenne nur solche „Anekdoten“ über meine Geburt, aber nichts was zählt.

    Zum Thema Mädchen – Junge – da hatte ich selbst ein Erlebnis, dass mich zu tiefst erschüttert hat. Das Spital, in dem mein jüngerer Sohn geboren wurde, hatte ein eigenes Standesamt zum Anmelden der Kinder. Dort saß ich also und wartete und neben mir saß auch ein anderer Vater. „Ihr erstes?“ fragte er mich – Smalltalk war anscheinend angesagt. „Nein, ich habe schon einen 5 jährigen Sohn.“. „Und jetzt – Junge oder Mädchen?“ fragte er nach. „Ein Junge.“ Und da ging es Los: „Zwei Söhne! Da haben Sie aber Glück! Wir haben schon wieder nur ein Mädchen. Schon das zweite Mädchen.“ Und auch der Ton sagte alles. Die armen Mädchen – das kann ja was werden. Und ich dachte, so etwas gab es nur früher. Aber das habe ich wohl zu viel erwartet.

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