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ADHS – Was ist das?

August 29, 2010

Ich glaube jeder Betroffene erlebt seine eigenes ADHS etwas anders, ich habe das mal für mich versucht in Worte zu fassen, wie ich mein ADHS erlebe, wahrnehme und an was ich es festmachen kann:

ADHS ist für mich, wenn:

  • ich beim Autofahren anfange zu träumen und ganz plötzlich bremsen muss, weil ich sonst nämlich jemandem hinten drauf fahre (nein das geht nicht immer so gut aus)
  • ich lese und so im Hyperfokus bin dass meine Kinder mich fest anfassen müssen, damit ich sie höre
  • ich während dem Spülen meine die Wäsche aus dem Trockner holen zu müssen, nach zwei Stunden dann in die Küche komme, weil ich hunderte von anderen Arbeiten noch erledigt habe die mir gerade in den Sinn kamen und das Spülwasser dann immer noch im Becken steht
  • ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehe, es stehen viele Erledigungen an, ich weiß nicht wo ich anfangen soll und fühle mich aufgrund der Menge total überfordert, was dann oft dazu führt, dass ich resigniere und kann nichts mache, weil ich es als unschaffbar empfinde
  • ich das zurückschicken eines Packetes so lange vor mich herschiebe, dass die 14 Tage Rückgabefrist eigentlich schon abgelaufen ist.
  • ich Rechnungen so lange liegen lasse, bis die ersten Mahnungen eintrudeln
  • ich Termine aus Übermut oder aus der Unfähigkeitheraus „Nein“ zu sagen, so eng aneinander lege das es quasi nicht schaffbar ist oder mit sehr viel Stress verbunden ist und ich dann nachher beide Termine aus dem Gefühl der Unschaffbarkeit heraus nicht wahrnehme.
  • eine Reizoffenheit, die mich bei übertriebener Lautstärke und großen Menschenmengen aggressiv werden lässt
  • wenn ich mir alles aufschreibe an was ich denken muss und dann den Zettel nicht mehr finde.
  • ich ständig meine Schlüssel suchen geh (und ihn dann im Kühlschrank oder so wieder finde)
  • ich immer irgendwo irgendwas liegen lasse oder vergesse

aber auch:

  • eine sehr schnelle Auffassungsgabe, egal ob es um Situationen und entsprechende Reaktionen im täglichen Leben geht, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich, oder auch im kognitiven Bereich beim Erfassen von Aufgabenstellungen.
  • Organisationstalent
  • eine große Kreativität
  • hohe Flexibilität
  • Multitasking!
  • die Fähigkeit sich in andere Menschen dermaßen einzufühlen, dass ich manchmal gar nicht mehr weiß, ob das nun meins ist, oder nicht. Das kann ein Vorteil sein, aber auch zur Last werden.

Das sind so ein paar Punkte, die negativen Sachen, habe ich sehr gut in den Griff bekommen, in dem ich sie mir einmal aufgeschrieben und bewusst gemacht habe. Das macht es einfacher dagegen anzugehen. Ohne Ritalin geht das aber auch nicht auf Dauer. Kompensieren kann sehr anstrengend sein, ich will und kann nicht 140% im täglichen Leben geben, wo andere mit 80% klar kommen, weil das für sie gar kein Ding ist und selbstverständlich. Ich finds ok, wenn ich einen solchen Nachteil mit Medikamenten ausgleiche.

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