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Déjà-vu aber anders

Juni 9, 2010

Gestern war mein Jüngster mit einem seiner Freunde spielen. Um halb sieben soll er nach Hause kommen, weil wir dann zu Abend essen. Er kam natürlich nicht. Ich rief die Mutter seines Freundes an, dieser war auch noch nicht zu Hause, also war ich beruhig, wenn auch etwas sauer. Eine viertel Stunde später sehe ich, wie sein Freund nach Hause kommt, mein Junge ist aber nicht dabei. Da wurde mir warm und etwas Angst kroch in mir hoch, vor allem als der mir sagte sie hätten sich Mittags um 4 schon getrennt… Ich stieg aufs Rad und suchte ihn, ohne Erfolg. Um halb acht kam er dann nach Hause, er hatte am Waldrand mit einem anderen Freund ein Baumhaus gebaut und einfach die Zeit vergessen und nun hatte ihn der Hunger nach Hause getrieben…

Ich war ungefähr so alt wie mein Sohn jetzt, es war Samstag Morgen und ich spielte mit einer Freundin an einem Bach im Wald. Wir versuchten Besteck aus Lehm zu formen und dass dann zu trocknen. Wir waren so in unserem Spiel vertieft, dass wir die Zeit und alles andere um uns herum total vergaßen. Irgendwann verspürte ich aber einen solchen Hunger auf ein Honigbrot dass ich nach Hause wollte, es war schon fast 2 Uhr Mittags und die Zeit zum Mittagessen war schon lange rum, das bemerkte ich aber erst als ich nach Hause kam, mein Vater mich mit dem Besenstiel empfing und ich einmal mehr die Prügel meines Lebens bezog. (Der Besenstiel zerbrach)

… ich habe meinen Jungen gestern erst einmal in den Arm genommen, mit Tränen in den Augen, weil ich echt Angst hatte! Das habe ich ihm auch gesagt und er hat es mir auch in den Augen angesehen und mir dann versprochen dass so etwas nie mehr passiert. Danach hat er gegessen war duschen und ist ins Bett. Als wir zusammen noch ein Stück im kleinen Hobbit lasen meinte er dann: „Mama ich will nicht dass Du solche Angst hast, das nächste mal nehme ich die Uhr mit!“

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4 Kommentare leave one →
  1. Juni 9, 2010 5:04 pm

    Dein Vater hat bestimmt Sch… reagiert, obwohl ich als Kindergartenkind – damals durften wir schon allein nach Haus gehen – auch meine erste Tracht Prügel von meiner Mutter aus diesem Grund bezogen habe. Ich konnte sie irgendwie verstehen und habe es ihr „nicht übel genommen“.
    Aber deine Reaktion war besser!

  2. Juni 9, 2010 5:16 pm

    Schläge (und mehr) waren bei mir an der Tagesordnung, ich wurde als Kind gelehrt: „Ich schlage Dich, weil ich Dich liebe!“ Ein Wunder, dass ich das relativ unbeschadet überstanden habe und jetzt als Erwachsene nicht an meiner sehr unschönen Kindheit zerbrochen bin, es gab sehr schwere Zeiten und durch manches geht man noch mal durch. Heute habe ich kein Problem mehr damit und kann relativ offen darüber sprechen. Das Grauen hat seinen Schrecken verloren. Wer mich kennt, weiß was ich meine.

    • Juni 9, 2010 8:39 pm

      Hut ab, dass du diese „Erziehungsmethoden“ nicht an deine Kinder weitergereicht hast. Es scheint mehr Erwachsene zu geben als man denkt, die in der Kindheit nicht ihre schönste Zeit erlebt haben.

  3. Juni 11, 2010 9:48 am

    <<Hut ab, dass du diese „Erziehungsmethoden“ nicht an deine Kinder weitergereicht hast.<<

    Hm, ich glaube das war nicht immer so, zumindest als ich damals meinen ersten Sohn bekommen habe. Da war ich noch voll auf dem Trip meiner Mutter, Babys darf man nicht verwöhnen, die müssen auch mal schreien und im elterlichen Bett haben sie schon gar nichts verloren. Auf gut Deutsch, zeig dem Kind nur ja nicht, dass Du es liebst (wie krank!!!). Als mein großer dann 3 oder 4 Wochen alt war kam mir das irgendwie paradox vor und ich fragte mich ernsthaft, WAS TUST DU DA??? Von da an war ich stets auf der Hut vor mir selbst in Sachen Erziehung und habe vieles hinterfragt, Fehler habe ich bestimmt auch gemacht, aber meine Kinder waren sich meiner Liebe *immer* sicher!

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