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Glaubenssache

Mai 6, 2010

Glauben heißt nicht wissen!

Die letzten Tage habe ich mir recht viele Gedanken über dieses Thema gemacht. Ich selbst bin über die letzten Jahre zum Atheisten geworden. Neulich saß ich im Auto und überlegte über dieses Thema und mich überkam das Gefühl, als sei es wie erwachsen zu werden, wen man endlich in der Lage ist alle Glaubensdinge abzuschütteln. Man übernimmt selbst die Verantwortung für sich und sein Leben und wälzt diese nicht auf einen Gott ab oder nimmt alles als Gott gegeben hin. Ich weiß, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass das Leben endgültig vorbei ist, wenn ich sterbe, dass nichts danach kommt, keine Reinkarnation, kein Leben im Himmel, es gibt keine zweite Chance, außer diese eine im Hier und Jetzt.

Ich beobachte schon lange höchst verwundert (obwohl ich das selbst von Kindheitsbeinen an getan habe) wie Leute Sonntags in die Kriche gehen um dort eine dreiviertel Stunde ihrer wertvollen Lebenszeit auf Bänken kniend und betend zu verbringen und frage mich, ob die überhaupt mitbekommen was sie da tun und wie lächerlich dieses ganze Kasperletheater ist. Es erstaunt mich, das immer noch so viele Erwachsene sich einem Kinderwunderglauben hingeben, ohne ernsthaft nachzufragen und sich Gedanken darüber zu machen.

Der Mensch braucht keinen Glauben, ganz im Gegenteil sogar ohne diese Zwänge wäre unsere Welt ein Stück weit besser und so mancher Schaden an Menschen wäre vielleicht nicht passiert. Und – ich meine es hat auch was mit mehr Eigenverantwortung zu tun als Atheist zu leben….

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11 Kommentare leave one →
  1. Mai 6, 2010 10:12 am

    Einen Glauben sollte der Mensch haben. Den Glauben an sich selbst! Wenn der verloren geht (glaube ich 😉 ), trinken wir lieber noch nen Kleinen und dann ist er wieder da. 😛

  2. Mai 6, 2010 11:56 am

    Ich bin ebenfalls getauft, zur Erstkommunion und Firmung gegangen, auch noch katholisch getraut worden – lebe aber seit vielen Jahren ohne Kirchbesuch und ohne Glauben. Meine Mutter und viele meiner Verwandten sind noch streng gläubig mit allem, was dazu gehört. Manchmal bedauere ich es, dass ich eine Illusion verloren habe. Vielleicht ginge es mir „mit“ besser!

  3. Mai 6, 2010 12:00 pm

    Nun ja, dieses Gefühl des „Bedauerns“ ist mir bekannt, die Vorteile überwiegen für mich aber ganz klar, da ich dadurch die Verantwortung für mein Leben und mich selbst tragen kann. Ich hechele nicht irgendeinem Lohn in einem Leben nach dem Tod her (den es gar nicht gibt) sondern lebe jetzt und will auf ein zufriedenes Leben schauen können und im Herzen meiner Kinder bleiben wenn ich die Augen zu mache.

    Ein guter Freund sagte einmal zu mir, er würde Atheisten bewundern. Mittlerweile verstehe ich warum. Nicht jeder kann mit dem Gedanken leben, das es vorbei ist, wenn es vorbei ist.

    • Mai 6, 2010 12:16 pm

      Ich denke, ich habe auch in katholischen Zeiten sehr eigenverantwortlich gelebt, mich nie um Himmel oder Hölle geschert und die Gebote – bis zum gewissen Grad – recht großzügig interpretiert. – Etwas von der Gemeinschaft mit anderen zusammen fehlt mir, aber die könnte ich natürlich auch unter „Fußballergattinnen oder kurzberockten Tennisdamen“ finden. – Da ich ja in der atheistischen DDR großgeworden bin, musste ich Atheisten nicht bewundern, dazu gab es einfach zu viele und viele davon waren wahre AL.

  4. Mai 7, 2010 2:29 pm

    Und wir dürfen jeden Sonntag ausschlafen!
    🙂

    • rolandschwarzer permalink
      Mai 11, 2010 6:48 pm

      Mitglieder der PKHF™ dürfen sogar jeden Tag ausschlafen! Nicht das ich hier Werbung machen will. *Räusper* :mrgreen:

  5. Storm permalink
    Mai 7, 2010 3:32 pm

    Ich lebe selbstverantwortlich mein Leben und kann das gut mit meinem Glauben an Gott vereinbaren. Ich finde es im Gegenteil sehr tröstlich, dass nach dem Tod nicht alles vorbei ist. 😉

    • Mai 7, 2010 9:44 pm

      Dem schließe ich mich an. Ist es nicht recht pauschal zu sagen, dass man keine Eigenverantwortung übernimmt, nur weil man an Gott glaubt?

      Ich weiß nicht was kommt, und lebe deswegen dieses eine Leben so gut ich kann. Ich übernehme Verantwortung für mich und andere, denke, liebe, lebe, weiß wer ich bin und was ich kann. Ich nehme mein Leben als Gott gegeben hin, ohne mich Gott aufzubürden, denn er hat mir vor allem auch den freien Willen gegeben, die Fähigkeit zu denken und zu entscheiden, nicht Sklave meiner selbst zu sein.

      Ich glaube an Gott und ich glaube an einen Glauben der ohne Kirche und Gebet besteht, Kraft und Trost spendet. Dennoch bin ich im letzten Jahr der evan. Kirche beigetreten, habe mich taufen lassen mit 24 Jahren. Das hatte nur bedingt mit einem Glauben zutun, den ich dort mit anderen teile. Ich fühle mich einfach wohl in der Gemeinde, mag die Menschen und die Ziele für die sich unsere Ortsgruppe engagiert. Man findet dort keinen leibhaftigen Gott, sondern wiederrum Menschen die helfen und offen und da sind, und dabei gehe ich nicht mal allwöchentlich in die Kirche.

      Was ich sagen will, fällt keine pauschalen Urteile. Gesteht jedem sein Leben, seinen Glauben zu.

  6. Mai 14, 2010 12:22 pm

    Hallo!

    Auch ich muss widersprechen – Ich nehme sicher nicht als gottergeben hin was passiert, denke nicht „Gott wollte es halt so“ und wälze auch keine Verantwortung ab.

    Ich lebe selbstverantwortlich – und kann das trotzdem sehr gut mit meinem Glauben an etwas Göttliches verbinden.

    Natürlich ist mir bewusst das die Wahrscheinlichkeit das mit dem Tod auch das Ende erreicht ist sehr hoch ist, aber ein Leben nur in diesem Wissen empfände ich als trost und hoffnungslos.

    Vielleicht bin ich ja tatsächlich „schwächer“ als ein Atheist, aber das muss ich dann wohl akzeptieren 😉

    Liebe Grüße,

    Silberaugen

    • Mai 17, 2010 11:33 am

      <<<Auch ich muss widersprechen – Ich nehme sicher nicht als gottergeben hin was passiert, denke nicht „Gott wollte es halt so“ und wälze auch keine Verantwortung ab.

      Wofür brauchst Du dann einen Gott?

      <<<Natürlich ist mir bewusst das die Wahrscheinlichkeit das mit dem Tod auch das Ende erreicht ist sehr hoch ist, aber ein Leben nur in diesem Wissen empfände ich als trost und hoffnungslos.

      Warum empfändest du ein Leben nur mit diesem Wissen als trost- und hoffnungslos?

  7. Mai 21, 2010 11:09 am

    meditation und achtsamkeit sind meiner meinung nach positive dinge bzw. eigenschaften, die allgemein akzeptiert sind und menschen beruhigen, erden und selbst-bewußter machen. in diesem zusammenhang kann man auch die kirch-besuche vieler menschen sehen, denke ich. beten, genau das gleiche – konzentration, versenkung, kontemplation, meditation zu einem thema oder auch ganz allgemein. ich selbst brauche das gebet dazu nicht mehr, aber ich kann es eben auch als eine spezielle form der oben genannten verhalten sehen – und das nützt diesen menschen, sowohl psychisch als auch physisch.

    insofern ist meiner meinung nach das konzept ‚glauben‘ [egal an was!] äußerst gesund, zumindest, wenn es keine übertriebenen formen annimmt. ich weiß, daß es dazu auch viele studien gibt, kann aber leider momentan keine zitieren..

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