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Und wieder steht die Entscheidung an, Ritalin ja oder nein?!

April 29, 2010

Lange habe ich es hinaus gezögert beim Jüngsten, aber nun werden wir uns dem Problem stellen müssen:

Dass der Jüngste ein ADHS hat war klar, jedoch dachte ich immer die Ausprägung sei nicht so massiv, dass wir auf Ritalin verzichten könnten. Nun wo die Entscheidung ob ja oder nein in greifbare Nähe rückt, mache ich doch wieder das selbe durch wie schon vor 5 Jahren beim Großen…

Liegts an mir? Gescheiterte Erziehung (wobei davon keine Rede sein kann, er ist ein Sonnenschein und sozial sehr verträglich)? Gebe ich mir zu wenig Mühe?

Heute hat mich vor allem beschäftigt, ob wir nur über eine Medikation nachdenken, weil es dann einfacher ist/wird und wir das aus Faulheit tun? Das wird einem ja, gerade im Netz oft vorgeworfen, dass man sich die Kinder dann zurechtbiegt (mit Ritalin) wie mans gerne hätte… damit man selbst seine Ruhe hat.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass dem nicht so ist, denn gerade heute kam er mit einem Diktat nach Hause, 10,5 Fehler. Er weinte, und meinte „Ich bin immer der Dumme!“.

Es macht mir nichts aus das Kind zu trösten, aufzufangen, ihm gut zuzureden. Diese Zeit investiert man als Mutter gerne. Auch üben wir regelmäßig für die Diktate, aber egal wie groß das Übepensum auch ist, es geht in 99% der Fälle daneben.

Nein, ich finde mein Kind hat ein Recht darauf, dass so zu können wie die anderen Kinder, nicht doppelt so lange für Schuldinge zu brauchen und weniger „Lohn“ zu ernten. Keine immer wiederkehrenden Enttäuschungen einstecken zu müssen, die das Selbstbewusstsein in den Keller bringen. Und wenn das mit Ritalin geht, ja, dann wird es wohl so sein, denn in erster Linie hat mein Kind es einfacher, es bekommt die Vorraussetzungen die anderen schon in die Wiege gelegt ist!

Und obwohl ich fast alles weiß, was es über ADHS und Methylphenidat zu wissen gibt, so stelle ich mich doch auch diesesmal als Mutter wieder total in Frage…

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18 Kommentare leave one →
  1. April 29, 2010 12:08 pm

    Kann man da nicht z.B. eine halb-/ein- oder zweijährige Probezeit vereinbaren und dann sehen, ob es wirklich hilft und ob bei dem Kind keine zu schlimmen Nebenwirkungen auftreten? –
    Ich kämpfe immer noch mit der Charité. Zwei Anrufe kamen als Rückruf, da war ich nicht anwesend. Mal sehen, ob es mir noch gelingt, in das Projekt reinzukommen.

  2. April 29, 2010 12:34 pm

    Wenn es auf eine Medikation hinausläuft, geht das sowieso nach dem Motto Top oder Flop. War damals beim Großen auch so. Es war die letzte Möglichkeit die wir hatten als haben wir es versucht, mit der Option, wenn wir feststellen dass es nichts bringt, wandert das Zeug sofort in die Tonne. Wenn man mit der Medikation beginnt ist das immer ein Versuch, es gibt ja auch Non-Responder.

    Mein Mann und ich sind uns klar, dass (sollten KiPsy und Kinderarzt die Medikation empfehlen) wir dieser Empfehlung folgen werden und das Medikament in den Sommerferien einschleichen werden um ihn innerhalb dieser Wochen auch auf ein Retardpräparat umstellen zu können. Damit beim Neustart des neuen Schuljahres die Sache gelaufen ist und die Lehrerin 1. nicht nachdosieren muss, damit wir ihr 2. nichts davon sagen müssen, damit wir 3. ein unvoreingenommenes Bild über den Jungen von ihr kriegen und damit ich 4. in den Sommerferien selbst einen Blick darauf habe wie die Medikation bei ihm genau wirkt.

    Für die Charité drücke ich Dir weiterhin die Daumen!

  3. April 29, 2010 12:48 pm

    kann denn adhs verläßlich diagnostiziert werden? und kann man dann etwas über die ’schwere‘ der erkrankung aussagen?

  4. April 29, 2010 1:01 pm

    ADHS ist eine recht aufwendige Ausschlußdiagnose, die schwere der Erkrankung hängt vor allem damit zusammen, wie belastend das ganze ist.

    Für psychische Erkrankungen gibt es keinen Test, den man macht und dann sagen aha, es ist dass und das. Es kommt auf die Symptomatik drauf ein, die bei AD(H)S aus 3 Hauptkriterien besteht: Konzentrationsschwierigkeiten, Impulsivität und eventuell Hyperaktivität, fällt diese weg spricht man von ADS. Natürlich ist dies alles in einem gewissem Maße bei Kindern normal, bei ADHS fällt dies aber deutlich aus der Spanne dessen was normal ist heraus und belastet die Kinder sehr. Dann kommen oft noch viele „kleinere“ Dinge hinzu die der Umstand des ADHS mit sich bringen kann: Selbstwertverlust, Aggressivität, Schwierigkeiten Freundschaften aufzubauen -> Aussenseitertum, schlechte schuliche Leistungen, Ängstlichkeit, Unsicherheit.
    Diese Liste ist endlos fortsetzbar. Und die erbliche Komponente ist auch nicht zu verachten, ich kam zu meiner Diagnose über die des großen.

    So und jetzt habe ich Dich zugeschwafelt :mrgreen:

    • April 30, 2010 9:33 am

      nee, danke – genau so was brauchte ich :)! z.b. dachte ich bisher, daß die hyperaktivität immer zwingend dazu gehört, von ADS wußte ich noch gar nicht. und daß es erblich ist, auch nicht… ist ja blöd.

      • April 30, 2010 12:13 pm

        Ja, ist ein Elternteil betroffen liegt die Wahrscheinlichkeit der Vererbung bei ca. 75% bei beiden bei fast 100%. Da bei ADHS nicht nur ein Gen betroffen ist, sondern ca 50, führt man darauf die vielen unterschiedlichen Ausprägungen zurück die es gibt.

        Die Träumer trifft es genau so schwer wie die Hypies, sie fallen zwar nicht so auf, leiden aber nicht weniger. Ich war selbst auch ein Träumerlein und hatte es sehr schwer.

  5. April 29, 2010 1:42 pm

    Die Ferien-Versuchsphase ist doch eine prima Idee.
    Wer sich aus eigener Erfahrung mit Ritalin auskennt, merkt doch recht fix, ob es anschlägt oder nicht.
    Und sollte sich nach einiger Zeit nichts an den Diktaten tun, kann man immer noch überlegen, ob etwas Anderes vorliegt, und die Medikation wieder runterfahren – Methylphenidat ist ja nicht zwangsweise gleichbedeutend mit lebenslänglich.

    • April 30, 2010 12:16 pm

      Ja, den Versuch in den Ferien zu machen ist ein guter Plan, den wir wahrscheinlich auch so umsetzen werden. Bis dahin sind dann auch 1. die wichtigen Termine bei KiPsy und Kinderarzt gelaufen und diagnostisch haben wir dann alles durch und 2. haben wir genügend Zeit mit dem Kind nochmal darüber zu reden.

  6. April 30, 2010 10:23 am

    @verhaltensoriginell
    Ich find die Idee mit den Ferien auch gut. Würde ich auch so machen.
    Mal ne andere Frage: Deine Jungs wurden doch bestimmt auf LRS getestet. Wurden da keine Auffälligkeiten festgestellt?

    @rebhuhn
    ADS kannte ich bis zum LRS-Test meines Sohnes auch nicht. Das „Träumerle“ ist der krasse Gegensatz zum Hyperaktiven. Mein Junge brauchte ständig „Anschubser“, wenn es um Theorie ging. Es konnte stundenlang vor einer Hausaufgabe sitzen, ohne zu registrieren, was es eigentlich für eine Hausaufgabe war. In der Schule war es ähnlich. Erst die Lehrerin hat uns drauf gebracht, dass ADS dahinter stecken könnte. Mit der Kinderärztin haben wir uns für eine Ergotherapie entschieden, um auch auszutesten, inwieweit es sich wirklich um ADS handelt. Resultat war, dass unser Sohn sich einfach nur zu sehr ablenken lässt vom Umfeld.

    • April 30, 2010 12:09 pm

      @Xanni

      Beim Großen war LRS nie ein Thema, er hat eine Art fotografisches Gedächtnis, Rechtschreibfehler waren ihm von Beginn an fremd. Dazu kommt, das er sein inneres Chaos durch eine übertriebene Ordnung kompensiert, auch hier war die Therapie mit MPH echt sinnvoll, damit er zum ADHS als Komorbidität nicht noch eine Zwangsstörung entwickelt. (Ich glaub da schreib ich die Tage mal einen Blog dazu.)

      Beim jüngsten bestand der Verdacht auf eine LRS oder Legasthenie sehr früh. Die Art der Fehler lässt mich das mittlerweile aber nicht mehr Vermuten, sie deuten eher auf ein ADHS (ursächlich) hin.

      Bekommt dein Sohn MPH? Wenn er so leicht ablenkbar ist deutet das auf ein ADHS hin. Was für Tests wurden gemacht? War eine Intelligenzdiagnostik dabei, die geben auch oft brauchbare Hinweise. Pädaudiologische Abklärung? Ergo ist bei ADHSlern eher kontraproduktiv.

      • April 30, 2010 12:50 pm

        Mein Sohn hat sein Ablenken durch die Ergo in den Griff bekommen. Er hatte das Pech, seine ersten zwei Schuljahre in einer „Chaotenklasse“ zu verbringen. Klassenstärke voll ausgeschöpft, 80 % Jungs (zum größten Teil kenne ich die Papas selbst aus meiner Schulzeit und damit bestätigte sich wieder das Sprichwort „der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“. Wir waren froh, als er die Schule wechselte durch die LRS, und sind überglücklich, dass er sich mittlerweile zu einem kleinen Streber entwickelt hat, der unbedingt aufs Gymnasium will.
        Wir werden ihm die Entscheidung überlassen, wenn er seinen jetzigen Durchschnitt halten kann, und ihn aber auch nicht zwingen, wenn er dann keinen Bock mehr aufs Gym hat. Realschule ist auch ok. Für seinen derzeitigen Traumjob braucht er kein Abitur.

  7. Chrigel permalink
    Mai 5, 2010 12:55 am

    Als Mutter hast du allen Grund, dir Gedanken und ein schlechtes Gewissen zu machen…;)

    In einem Blog gefunden:

    Zitat:
    „ADHS ist definitiv eine Krankheit. Und auch vererbbar. Aber nur die Frau trägt dieses Gen in sich und kann es weiter geben.“

    Copyright © Swiss AdWords

    So wird die Menschheit verdummt…:(((

    Bei LRS und Legasthenie findest du einen roten Faden in den Fehlern, es sind fast immer schematisch ablaufende Fehler, (fehlende Endungen, Buchstabenverwechslung, bzw. spiegelverkehrt geschrieben, bestimmt Wörter konsequent gross oder klein geschrieben, obwohl es das Gegenteil ist. Wie gesagt, man findet ein Schema. Man findet hier auch Lernfähigkeit, einmal gut erklärt bekommen, gut „er-lernt“ und auch verstanden, passieren gewisse Fehler significant weniger, bzw. kaum noch.

    Bei ADHS findet sich das beim besten Willen nicht. Fehler, die durch mangelnde Aufmerksamkeit entstehen, sind absolut willkürlich, d.h heute richtig geschrieben, morgen wieder falsch, übermorgen wieder richtig.

    Ergotherapie ist nicht immer so verkehrt, wie momentan grade vielerorts behauptet wird. Viele ADHS-Kinder haben motorische und oft vor allem feinmotorische Schwierigkeiten, die wiederum auch LRS-Anzeichen provozieren können. Genau da kann die Ergo ein sehr gutes Training sein. Allerdings ist der Begriff „Ergotherapie“ momentan leider gradezu ein Sammelbecken für alle möglichen Hilfen geworden, es wundert mich nicht, dass das momentan etwas in Verruf gerät, aber man sollte vorsichtig umgehen mit einer Verdammung…

    Unterschieden muss hier einfach, wer macht was, bzw. ist für was zuständig? LRS und Legasthenie haben in D leider noch nicht wirklich einen eigenen, darauf spezialisierten Bereich, aber viele Ergotherapheuten kennen sich auch damit aus. Man muss nur wissen, bzw. herausfinden, wer…

    Die pädaudiologische Abklärung dient eher dazu, ob das Kind eher auditive oder visuelle Wahrnehmungsstörungen hat. Jeder ist meist entweder ein auditiver oder eher visueller Typ. Aber auch hier lassen sich Schemen erkennen. Das Problem der Zuordnung ergibt sich meist dann, wenn die Betroffenheit nicht schwer genug ausgeprägt ist. Dann ist es wirklich oft ein Ausprobieren zwischen LRS-/Legasthenie-Therapien und ADHS-Therapien, bzw. eben auch mal Medikation.

    Ich persönlich habe Probleme damit, dass in Deutschland öfter ADHS als Legasthenie oder LRS diagnostiziert wird…, d.h, dass oftmals pauschal eine Wahrnehmungsstörung als ADHS diagostiziert wird, ohne genauer dahinter zu schauen, welche Bereiche der Wahrnehmung nun genauer betroffen sind.

    In vielen Fällen ist das dann tatsächlich nur Symptombekämpfung. aber keine wirkliche Ursachentherapie.

    Viel Glück für Euch!

    • Mai 6, 2010 9:08 am

      Da ADHS eine Ausschlussdiagnose ist, gehört eine pädaudiologische Abklärung zur Diagnostik, da eine AVWS oft ähnliche oder gleiche Symptome hat.

      Was LRS bzw. Legasthenie betrifft, kann ich von meinen Kindern ausgehend sagen, der Große hat und hatte nie Probleme mit der Rechtschreibung, beim Jüngsten sind es Zufallsfehler, sowohl in Mathe als auch in Deutsch die ganz klar auf Konzentrationsschwierigkeiten hindeuten und nicht auf eine LRS. Zudem glaube ich nicht dass sich eine Behandlung mit Methylphenidat positiv auf einen Legastheniker auswirkt, der kein ADHS hat….

  8. Ulrike Schüttpelz permalink
    Mai 5, 2010 9:38 am

    Hallo zusammen,

    es gibt zu dem Thema AD(H)S am 10.Juni 2010 in Essen/NRW , Uhrzeit steht noch nicht fest, jedoch ist der Abendbereich vorgesehen, organisiert von einer Essener Grundschule einen Vortrag, basierend auf dem neu erschienenen
    Buch von Frau Dr. med. Petra Wenzel „Schlau gelaunt – Neue Erkenntnisse der Gehirnforschung-
    Kosten € 5,00.
    Ich habe den Vortrag von Frau Dr. Petra Wenzel bereits gehört und finde ihn als Mutter wie auch in der Eigenverantwortlichkeit sehr, sehr hörenswert und hoch informativ!
    Bei Interesse bitte melden unter der emailAdresse: ulrike.schuettpelz@web.de.
    Herzlichst
    Ulrike Schüttpelz

  9. peterpan permalink
    Mai 12, 2010 1:35 pm

    Für so ein dämliches Auto braucht man einen Führerschein, über missbrauchende Pfarrer macht sich die Meute her, aber so gestörte Eltern wie Du dürfen schadlos mit Pharmawaffen Kinderleben ruinieren …
    Was für eine Welt!
    Allein schon Dein Pausenbrotbeitrag zeigt doch, was Du für einen Dachschaden hast. Dass deshalb der Kleine diesen Sch… kriegen soll, schlägt wirklich der Ritalin- Schachtel die Pillen raus!

  10. Mai 13, 2010 3:01 pm

    Herr peterpan, wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!

  11. Mai 29, 2010 3:46 pm

    Aha, wie ich sehe gibt es diese Pöbler und ahnungslosen Besserwisser überall und nicht nur auf meinen Blogs 😉
    Lass dich nicht entmutigen! Es ist dein Kind und deine Verantwortung.

    Heutzutage wird schon wegen viel bedeutungsloseren Dingen zu Medikamenten gegriffen, ich sag nur Arnica oder sonstige Globulis, bei kleinen Beulen, bei Zahnungsbeschwerden, leichtem Schnupfen…. ach stimmt ja, das ist alles homäopathisch und somit völlig legitim und dennoch völlig unnütz, denn man kann sein Kind auch trösten….

    Wenn Ritalin deinem Kind hilft, dann hilft es deinem Kind, und wenn nicht, dann setzt du es wieder ab, schreibst du ja selbst…. Wer lesen kann ist also klar im Vorteil mein lieber Herr Peterpan!!! Aber das ist ja meist das Hauptproblem dieser pöbelnden Klugscheißer!

    • Mai 29, 2010 7:35 pm

      Danke!

      Leider kann ich zur Zeit wenig schreiben, den Grund dafür werde ich die Tage vielleicht mal herzeigen!

      Meiner Meinung nach wäre es sogar fahrlässig dem Kind die Medikation zu verweigern. Aber solch Besserwisser haben da eh keine Ahnung von, weil sie den Leidensdruck nicht kennen.

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