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ADHS bei Erwachsenen

April 23, 2010

Es ist erfreulich, finde ich, dass ADHS bei Erwachsenen so langsam als Thema in der Gesellschaft ankommt. Eigentlich lese ich so eine Käseblatt Zeitschrift wie die „Für SIE“  ja nicht, doch hier hat mir mein Google Alert mal was ordentliches in den Posteingang gespült:

So geht das jeden Tag der Woche, des Monats. Wer mit der Aufmerksamkeitsstörung ADHS kämpft, bei dem herrscht Chaos: im Kopf und vielfach auch im Leben. Routineaufgaben, die zu unüberwindlichen Hürden werden, gehören ebenso zum Alltag wie Verspätungen, Vergesslichkeit und plötzliche Stimmungsschwankungen.

Man könnte auch Schieberitis oder sonst wie dazu sagen, ich kenne das auch. Eigentlich ist es doch so einfach anstehende Erledigung einfach und Termingerecht zu erledigen. Aber für einen ADHSler geht das manchmal oder auch oft einfach nicht. Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und resignieren. Ja, man kann einfach nicht. Einfach geht eben einfach nicht. Das sich da dann im Laufe der Zeit noch gerne andere komorbide Störungen wie zum Beispiel eine Depression hinzu gesellen können wundert nicht wirklich.

Dabei ist ADHS kein Charakterproblem. Hinter dem Phänomen verbirgt sich eine neurobiologische Funktionsstörung. „Diese Auffälligkeit lässt sich sogar im Kernspintomografen beobachten, wenn man auf das Frontalhirn blickt“, sagt ADHS-Forscher Rösler. Diese Hirnregion nimmt an der Planung des Verhaltens teil, hilft, Ablenkungen zu widerstehen und ein Zeitbewusstsein zu entwickeln. „Offensichtlich gelingt es den Betroffenen weniger gut, dieses Areal zu aktivieren.“ Weil auch die Impulskontrolle vom Frontalhirn gelenkt wird, schleudern ADHSler ihre Gefühle oft ungefiltert in die Welt.

Das sind zwei kurze Ausschnitte aus dem Artikel, hier gibt es den ganzen, der mir wirklich lesenswert scheint!

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8 Kommentare leave one →
  1. April 23, 2010 8:56 am

    Danke! Das ungefilterte Gefühle-Schleudern gefällt mir besonders – aber meine Gegenüber finden das weder toll noch witzig noch amüsant. Warum nicht? *grins*

  2. April 23, 2010 11:57 am

    na ja, ich kann manchmal oberverpeilt sein. Das hat hier oft zu Streit und Unmut geführt.
    Mittlerweile nimmt mein Gatte das oft mit Humor, und nimmt mich damit auch aufs Korn.

    Meine Gefühlswelt habe ich seit der Medikation mit Ritalin super im Griff. Gefühle anderer, die mich oft überfordert haben, kommen nicht mehr so sehr an mich ran und ich kann mich besser abgrenzen. Das ist alles nicht mehr so pur!

  3. April 23, 2010 12:01 pm

    Hoffentlich ist das Für-Sie-Klientel mit einem solchen Artikel nicht überfordert.

    • April 23, 2010 2:46 pm

      Es gibt zwar ein Schulpflicht, aber keine Lesepflicht. Jeder kann, keiner muss.

  4. April 23, 2010 2:49 pm

    Ich befürchte schlimmes….

    mit dem Rösler hatten sie jedenfalls einen kompetenten Mann für diesen Artikel. Der macht an der Uni in Homburg Studien zu ADHS mit Mutter und Kind, was durchaus sinnvoll ist! Die Kinder profitieren nämlich auch von der Behandlung des Elternteils, falls betroffen.

  5. April 26, 2010 7:43 am

    Ja, wirklich prima. Vor allem ist da Sachlichkeit und auch Abgrenzung der neurobiologischen Disposition ADHS von den Alltagsproblemen der Reizüberflutung in unserem Leben gelungen.

  6. April 26, 2010 10:12 am

    Herr Winkler?

    Welch eine Ehre sie bei mir im Blog begrüßen zu dürfen. Ja, der Artikel ist gut, ich habe es mir auch zur Aufgabe gemacht mehr auf die positiven Berichte einzugehen, die schlechten regen mich einfach zu viel auf…

Trackbacks

  1. Therapeuten-Fachmarkt.de

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